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Fahrbericht Ford Focus ST Modell 2014

Ford Focus ST Modell 2014

Foto: Thomas Werner/sport-cars.de

SPORTcars 05.01.2015 – Da steht er nun – weiß und unschuldig – unser neues Redaktionsfahrzeug und das, obwohl wir in der Redaktion nicht unbedingt Ford-Fans sind. Da kommt natürlich die Frage auf, warum wir uns dann gerade einen Ford zugelegt haben. Als Antwort kommen mehrere Dinge zum Tragen: Zum einen hat die jetzige Speerspitze der Ford-Focus-Baureihe, der ST, reichlich Potenzial für Verbesserungen und zum anderen war es an der Zeit für ein neues Projekt bei SPORTcars. Dazu kommen wir aber zu einem späteren Zeitpunkt. Jetzt widmen wir uns erst einmal dem 250-PS-starken ST, der seit der Einführung der dritten Generation den von vielen geliebten Fünfzylinder-Turbomotor abgelegt hat und jetzt von einem 2,0-Liter-Ecoboost-Vierzylinder-Benziner angetrieben wird. Downsizing sei Dank – oder auch nicht. Denn nicht nur wir in der Redaktion fanden den alten 2,5-Fünfzylinder-Turbomotor klasse, sondern auch viele Ford-Fans. Aber keine Panik – der aktuelle 2,0-Liter-Ecoboost-Motor macht seine Sache wirklich gut.

Ford Focus ST Modell 2014

Foto: Thomas Werner/sport-cars.de

Ford Focus ST Modell 2014

Foto: Thomas Werner/sport-cars.de

Was auf den ersten rund 1.500 km, die wir bis dato mit dem Focus ST abgespult haben, aufgefallen ist, ist die wirklich sehr gute Gasannahme. Selbst aus den tiefsten Drehzahlen kommend drücken die 360 Nm den ST gleichmäßig und ohne Ruckeln bis in den roten Bereich des Motors. Und dabei spielt es auch keine große Rolle, welcher Gang gerade eingelegt ist. Sollte es wider Erwarten Mal der falsche sein, dann lassen sich die 6 Gänge gut sortieren und präzise schalten. Wo der ST natürlich seine Probleme hat, ist, die Leistung auch auf die Straße zu bekommen. Zwar hat der Focus ST eine elektronische Sperre namens TVC (Torque Vectoring Control) an der Vorderachse, aber diese schafft es leider nicht, die 360 Nm sauber auf den Asphalt zu bringen. Und das obwohl der Ford Focus ST serienmäßig mit 235/40er-Reifen ausgeliefert wird. Richtig heftig wird es eigentlich erst, wenn man dem ST ordentlich die Sporen gibt. Dabei kann es dann schon mal vorkommen, dass selbst im dritten Gang beim Rausbeschleunigen aus engen Kurven der Vortrieb in Rauch aufgeht. Das können die Mitbewerber zum Teil besser. Aber eines müssen wir an dieser Stelle klarstellen: Wir reden hier wirklich schon von sehr heftiger Fahrweise, die zum Teil nur auf abgesperrten Strecken umsetzbar ist – also alles im „grünen Bereich“. Aber dafür ist etwas Vorsicht geboten, wenn das ESP auf „Aus“ gestellt wird – denn dann ist es auch „Aus“. Und wer dann keine kundige Hand hat, den kann auch schon einmal das Heck schneller überholen als ihm lieb ist.

Was aber in unseren Augen gar nicht geht, ist der sogenannte „Sound-Symposer“. Keine Ahnung, was wir davon halten sollen. Unserer scheint entweder nicht richtig zu funktionieren oder dem Teil sind die jetzigen Minusgrade zu viel. Jedenfalls bräuchten wir das Teil nicht. Da sollte Ford doch lieber am Sound von Motor und Auspuffanlage arbeiten oder gleich einen Klappenauspuff einbauen.

Ford Focus ST Modell 2014

Foto: Thomas Werner/sport-cars.de

So und nun zum oft zerrissenen Innenraum des ST, der dritten Generation Focus. Was haben sich Kollegen anderer Magazine, Blogs und Printmedien schon darüber ausgelassen, was Haptik und Bedienung des Audio- und Navigationssystems angeht. O.k. – die Haptik und die Bedienung könnten besser sein. Mit dem Facelift hat Ford wohl einiges bei der Bedienung von Audio- und Navigationssystem abgestellt, allerdings wissen wir jetzt noch nicht, wie es beim neuen Modell mit den Materialien ist: Aber beim 2014er ist es schon gut gemacht. Und wir können nur sagen: Steigt einmal in einen Mini R56, R58 und R59, dann wisst ihr, was Haptik bedeutet. Aber das ist hier nicht das Thema. Wir jedenfalls haben uns bei der Bedienung des Audio- und Navigationssystem nicht schwergetan. Zum Beispiel hat das Einbinden des eigenen Handys nur wenige Minuten gedauert und das, ohne dass wir uns die Bedienungsanleitung durchgelesen haben. Kleiner Kritikpunkt noch bei den RECARO-Sportsitzen. Diese sind zwar top verarbeitet, aber leider für Menschen, die etwas fülliger sind, doch etwas knapp in der Mittellage geschnitten. Da müsste Ford noch einmal ran und nachbessern. Ansonsten können wir nichts Negatives über den Innenraum sagen – nichts klappert.

Ford Focus ST Modell 2014

Foto: Thomas Werner/sport-cars.de

Fazit: Um es noch einmal auf den Punkt zu bringen: Es gibt bestimmt das ein oder andere Fahrzeug in der kompakten Mittelklasse, das sportlicher ist. Aber wir müssen uns ja nichts vormachen, diese sind auch zum Teil deutlich teurer. Zwar nicht was vielleicht den Listenpreis betrifft, sondern den Straßenpreis. Und dieser liegt doch deutlich unter dem eines VW Golf GTI, Opel Astra OPC usw. usw. (sport-cars.de)

Daten Ford Focus ST: Länge x Breite x Höhe (m): 4,36 x 2,01 (mit Spiegel) x 1,48m | Länge x Breite x Höhe (m) Tunier: 4,57 x 2,01 (mit Spiegel) x 1,51 | Motor, Hubraum: Ecoboost-Turbomotor / 2.000 cm3 | Leistung: 184 kW / 250 PS bei 5500 U/min | Max. Drehmoment: 360 Nm zwischen 2000 und 4500 U/min | Leergewicht / Zuladung: 1362 kg / 688 kg Tunier: 1386 kg / 664 kg | Verbrauch (nach EU-Norm: 7,2 Liter | CO2-Emissionen: 169 g/km, Euro5 | Höchstgeschwindigkeit: 248 km/h | Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 6,5 Sek. | Kofferraum: 277 l – 1148 | Basispreis: 27 950 Euro

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