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HAMANN-Motorsport stellt den "memoR" vor

McLaren MP4-12C by HAMANN-MOTORSPORT

Foto: HAMANN/sport-cars.de

SPORTcars 14.03.2012 - Schon bei seiner Veröffentlichung hat der McLaren MP4-12C in der Fachwelt und in der weltweiten Bloggergemeinde eine zwiespältige Aufnahme erfahren – sein optischer Auftritt steht auch im Urteil der heimischen englischen Fachpresse so gar nicht im Einklang mit seinem messerscharfen Handling, der überragenden Performance und dem klassenüblichen Standard für Wertigkeit. Allzu oft wurde sein Design als zu beliebig und zu wenig eigenständig kritisiert. „Evoraesque“ sei seine Anmutung und keinesfalls im Einklang mit seinem High-Tech – Carbon-Chassis.

McLaren MP4-12C by HAMANN-MOTORSPORT

Foto: HAMANN/sport-cars.de

McLaren MP4-12C by HAMANN-MOTORSPORT

Foto: HAMANN/sport-cars.de

Eine ideale Ausgangsbasis für das HAMANN Design-Team: Wenn es darum geht, den potentiellen Charakter eines Supercars zu erkennen und präzise neu zu definieren, sind die Stilistik-Gurus aus dem schwäbischen Laupheim eine sichere Bank: In einer Synthese aus Race-Heritage, Marken-Identität und Avantgarde-Design-Features haben sie den Newcomer aus Woking in einen echten EyeCatcher transformiert und ihm so zu dem adäquaten Auftritt verholfen, der in der Liga der Mittelmotor-Sportwagen eine Voraussetzung darstellt: Die Präsenz der Unverwechselbarkeit.

McLaren MP4-12C by HAMANN-MOTORSPORT

Foto: HAMANN/sport-cars.de

Nach eingehender Analyse waren sich die federführenden Verantwortlichen aus den Bereichen Marketing, Vertrieb und Designentwicklung ziemlich schnell einig: Aus dem MP4-12C muss ein Automobil vom Kaliber des F1 von 1995 werden, der sich nicht hinter den einschlägig bekannten Geräten italienischer Provenienz verstecken muss und dessen Ausstrahlung auf der Straße jene der anderen britischen Leichtathleten mit gebührendem Abstand auf Distanz zu halten vermag. Mit scharfem Auge wurden die Gründe für die gestalterischen Problemzonen des Probanden herausseziert und die geeigneten Maßnahmen erforscht, wie aus der etwas fipsig wirkenden Flunder ein ernstzunehmender Konkurrent für Erwachsene werden könnte: 1. Reduzierung der konkaven Flächen - 2. Implantation der wesentlichen F1-Features - 3. Ästhetisch-funktionale Adaption von GT3-Elementen - 4. Schaffung eines Reliefs mit spannenden Licht-Schatten Kontrasten


McLaren MP4-12C by HAMANN-MOTORSPORT

Foto: HAMANN/sport-cars.de

Ein entscheidender Ursprung der Verwechselbarkeit des MP4-12C mit anderen kleineren Sportlern aus England ist die übermäßige Flächendefinition mit konkaven Elementen. Was zunächst den Vorteil der optischen Leichtigkeit zu bieten scheint, schlägt hier schnell um in den Eindruck von Hohlheit, Instabilität und halbstarker Attitude. Sobald die Umrandung der vorderen Lufteinlässe, der Hauben-Querschnitt, die hintere Seitenwand und der Schweller-Bereich aus dem Haman-Gym entlassen wurden sah das Volumen des Ganzen schon mehr nach Männerauto aus. Um aber sicher zu gehen, dass der Eindruck von geballter Kraft immer an einen austrainierten Weltergewichtler erinnert, wurden nun die genialen Linien des LeMans-Siegers von 1995 so neu interpretiert, dass sie gerade soweit an die Markenidentität erinnert, dass die Modernität und Avantgarde des „memoR“ nie zur Disposition steht– auf diesen perfekten Schwung kann man einfach nicht verzichten.

Durch den unwiderstehlichen Mix aus spektakulären aerodynamischen Öffnungen und Leitflächen im Verbund mit der geschlossen-runden Silhouette entsteht nun genau jene Spannung eines zum Bersten gespanntem Muskels, wie bei dem prallen Volumen der verbreiterten Radhäuser, die die riesigen Schmiederäder kaum abzudecken vermögen oder dem sehnigen Hauben-Aufsatz, der zugleich eine Entschärfung der gefährlichen Scheibenwischer-Kanten für den Fall einer Passanten-Kollision darstellt.


Der große Frontsplitter, die oberen und seitlichen Radhaus-Zwangsentlüftungen, der seitlich tief heruntergezogene Ground-Effekt-Schweller sowie der verlängerte Heckdiffusor ergeben im Verbund mit dem großen Heckflügel nicht nur die schlüssige Rennsport-Optik, sondern gewährleisten auch die nötige aerodynamische Balance und den willkommenen Anpressdruck für ein Plus an G-Force und letztlich den funktionalen Mehrwert dieser ästhetisch überzeugenden Konzeption.

HAMANN wäre aber nicht HAMANN, wenn den Koryphäen des Customizings nicht immer noch jenes Plus an Raffinesse einfiele, mit der sie nun schon seit Jahrzehntenden den Begriff der Individualisierung auf die Spitze zu treiben: Die subtile C-Säulenverkleidung, die für sich genommen gar nicht ins Auge fällt, stellt einen riesigen Effekt her: Der hintere Kotflügel wird nun von der Heckscheibe bis zum Radlauf als ein monster-breites Bauteil wahrgenommen und obwohl damit zugleich die Silhouette weich geschlossen wird, ergibt sich eine spektakuläre Steigerung der wahrgenommenen Breite des Hecks, die in Verbindung mit den Diffusor- Seitenkästen, der die Linien des Schwellers konsequent nach hinten weiterführt und dem Triple-Exhaust den Heckabschluss krönt: Wer den „memoR“ von hinten sieht, und das dürfte eine Mehrheit der mobilen Zeitgenossen sein, hat keinen Zweifel mehr an dem was er wirklich ist: Ein unverwechselbares Mitglied in der Liga der schnellsten und atemberaubenden Supercars aus dem Hause HAMANN.