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Werkzeugausstattung in der Autowerkstatt

Foto: SPORTcars.de

SPORTcars 20.07.2016 - Viele Menschen begeistern sich für das Schrauben am Auto. Nicht selten wird dann eine Lagerhalle oder Scheune auf einem Bauernhof oder zumindest eine Garage semi-professionell eingerichtet. Wenn noch speziell ein Platz gesucht wird, sollte dieser etlichen Mindestanforderungen genügen. Geht es nur um das Einrichten, sollten ebenfalls wichtige Aspekte berücksichtigt werden.

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Das Werkzeug - Grundausstattung plus Spezialwerkzeuge

Selber am eigenen Auto schrauben lag schon immer im Trend. Das zeigen alleine die ständig wachsenden Verkaufszahlen von modellbezogenen Fachbüchern, die immer professioneller werden. In der Tat gibt es eine Art Werkstatthandbücher, die den professionellen Werkstatthandbüchern sehr nahe kommen. Daraus geht schnell hervor, dass weit mehr Werkzeug benötigt wird, als der durchschnittliche Heimwerker zu Hause haben wird. Je nachdem, welche Arbeiten selbst durchgeführt werden sollen, kann der Umfang durchaus enorm sein. Zur Mindestausstattung gehören die folgenden Werkzeuge:

- Schraubenschlüssel als Gabel- und Ringschlüssel, mindestens von 8 bis 32 mm, besser bis 36
- ein kleiner und ein großer Ratschenkasten oder kombiniert 1/2-Zoll, 1/4-Zoll und 3/8-Zoll
- Schraubendreher, kreuz und schlitz
- Drehmomentschlüssel
- Zangen (Wasserpumpenzange, Seitenschneider, Kombizange, Spitzzange)
- Hammer in verschiedenen Ausführungen
- Krokodilwagenheber
- Flaschenwagenheber
- Unterstellböcke
- Radkeile
- Schraubstock
- Handlampen

Dazu kommen je nach Arbeitsumfang zahlreiche andere Werkzeuge wie Diagnosegerät (OBD, OBD II), Rücksteller (bei älteren Fahrzeugen), Werkzeug für gepresste Radlager, diverse Spezialwerkzeuge, beispielsweise rund um den Motor wie zum Wechseln der Ventilschaftdichtungen. Aber auch so einfache Werkzeuge wie eine Prüflampe leisten immer noch gute Dienste. Je nachdem, wo der Schwerpunkt liegt, wird das Werkzeug natürlich noch spezieller. Hier sei das Lackieren, die Motoreninstandsetzung, Bremsen- und Fahrwerkstechnik oder die Unfallinstandsetzung.

Wer billig kauft, kauft zweimal

Grundsätzlich ist bei allen Werkzeugen darauf zu achten, dass diese wirklich in Werkstattqualität gekauft werden. Billige Angebote sind natürlich verlockend, doch hilft es nichts, wenn minderwertige Ring- und Maulschlüssel durchrutschen und die Muttern rund machen. Oder die Knarre, die eine so grobe Verzahnung hat, dass an engen Stellen nicht "geratscht" werden kann. Das gilt aber auch für Werkzeuge wie Drehmomentschlüssel. Diese müssen das eingestellte Drehmoment wirklich exakt anzeigen, sonst kann gleich "nach Gefühl" mit der Hand angezogen werden.

Aufteilung und Einrichtung der Werkstatt

Bei der Aufteilung der Werkstatt sollte zunächst der Boden genauer betrachtet werden. Etwaige Ölflecken müssen sich rückstandslos entfernen lassen und sollten säurefest sein. Wird eine Hebebühne eingebaut, ist auf die richtige Verankerung in Betonfundamenten mit Schwerlastdübeln zu achten, außerdem wird 400-Volt-Drehstrom benötigt. Strom muss sicher verlegt sein oder mit Verlängerungskabeln in Werkstattqualität gearbeitet werden.

Eine hervorragende Beleuchtung gehört ebenfalls zur Grundausstattung. Alle Materialien und Werkzeuge müssen zusammenfassend und übersichtlich organisiert werden. Brennbare Flüssigkeiten dürfen nicht da gelagert werden, wo mit dem Winkelschleifer hantiert wird. Selbst in kleinen Werkstätten ist ein Werkstattwagen sinnvoll, denn das Werkzeug ständig hin und her zu räumen, ist nicht nur lästig. Über kurz oder lang geht so auch das eine oder andere Werkzeug schnell verloren.

Heizung und Belüftung

Soll in der heimischen Garage oder Scheune auch im Winter gearbeitet werden, ist eine Heizung erforderlich. Keinesfalls offenes Feuer oder einen selbst gebastelten Kamin verwenden. Außerdem muss je nach Heizung eine gute Belüftung bestehen - was auch beim Lackieren, für Schleifarbeiten und andere Arbeiten gilt. Wer sich das deutlich kostspieligere Werkzeug in Profiqualität nicht komplett auf einen Schlag leisten kann, sollte zunächst das wichtigste Werkzeug kaufen. Dann wird zu jeder Arbeit, die zukünftig durchgeführt wird, je nach Anlass dazugekauft. Auch so entstehen im Lauf der Zeit umfangreiche und professionelle Werkstätten für private Schrauber.

Arbeitsschutz und gesetzliche Bestimmungen

Keinesfalls zu vernachlässigen ist jedoch der Arbeitsschutz. Also Schutzkleidung, Arbeitsschuhe mit Stahlkappen, Schutzbrille usw. Bei der Heizung und beim Einsatz bestimmter Geräte wie Schweißbrenner sind zudem die Brandschutzvorschriften zwingend zu beachten. Außerdem kann es sein, dass das Schrauben in einer privaten Werkstatt ohne Ölabscheider auch wegen dem Umweltverschmutzungsrisiko zu Problemen führt. Als Schlagwort sei das Wasserschutzgebiet genannt.