Allgemein

Autokauf - Privat, Händler oder vom Hersteller

Foto: sport-cars.de

SPORTcars 28.09.2016 - Endlich seinen Traumwagen fahren - manchmal geht der Wunsch in Erfüllung. Aber auch andere Modelle bieten Fahrkomfort und Extras. Eines aber vereint alle Modelle miteinander: Wo kaufe ich meinen nächsten Wagen? Einen Wagen kann man privat, beim Autohändler oder vom Hersteller beziehen. Man kann Bar bezahlen oder auch verschiedene Autokredite gegenüberstellen und sich den passenden Kredit aussuchen. Jeder Käufer hat seine eigenen Präferenzen. Läuft der Wagen, macht es auch keinen weiteren Unterschied, wo das Fahrzeug gekauft wurde. Was aber, wenn der Motor streikt oder die Bremsen versagen? Welche Möglichkeiten hat der Käufer?

Foto: sport-cars.de

Foto: sport-cars.de

Private Verkäufer sind günstiger, übernehmen aber keine Haftung

Wer seinen Wagen von Privat kauft, kauft in der Regel um 8 Prozent billiger. Damit ist der einzige Vorteil bereits erwähnt. Denn private Verkäufer können sich dem Gesetz nach von der Gewährleistung befreien. Die Phrase "Gekauft wie gesehen" reicht, und der Verkäufer muss für Mängel am Fahrzeug nicht einstehen. Eine Ausnahme sind Mängel, die dem Verkäufer bekannt waren und er dennoch verschwiegen hat. Doch auch hier ist der Käufer in einer schwierigen Situation, da er dem Verkäufer sein arglistiges Verhalten nachweisen muss. Wer seinen Wagen von einem privaten Anbieter kauft, sollte vorher unbedingt eine Probefahrt machen. Noch besser ist es, den Wagen in einer Fachwerkstätte auf Mängel überprüfen zu lassen. Doch auch diese Vorsicht schützt nicht vor Mängeln, die nach dem Kauf auftreten. Auch Mechaniker können nicht in Motoren oder Getriebe schauen. Streikt der Motor oder das Getriebe muss der Käufer die Reparatur meist selbst bezahlen.

Foto: sport-cars.de

Händler und Hersteller - sie bieten Gewährleistung und Garantie

Wer seinen Wagen bei einem Autohändler oder beim Hersteller kauft, darf sich über Gewährleistungsansprüche freuen. Die gilt seit der Gewährleistungsnovelle 2002 auch für gebrauchte Fahrzeuge. Zwar kann die Gewährleistung für Gebrauchtwagen auf ein Jahr herabgesetzt werden, doch es muss im Kaufvertrag ausdrücklich und schriftlich festgehalten werden.

Die Gewährleistung setzt voraus, dass der Mangel bereits bei der Übergabe vorhanden war. Und hier liegt das Problem. Wie soll der Käufer beweisen, dass zum Beispiel die Bremsen bei der Übergabe einen Defekt hatten, der sich erst später bemerkbar machte. Das Gericht löst dieses Beweisproblem pragmatisch. Tritt der Mangel innerhalb der ersten sechs Monate nach Übergabe auf, liegt die Beweislast beim Verkäufer, danach beim Käufer. Im Gewährleistungsfall hat der Verkäufer die Möglichkeit, den Mangel zu beheben. Danach kommt es zur Wandlung, bei der der Händler den Wagen und der Käufer das Geld zurückbekommt.

Neben der Gewährleistung können Autokäufer auch auf Garantieansprüche zurückgreifen. Wer für die Garantie einzustehen hat, ist dabei im Vertrag geregelt. Autohersteller geben ebenso Garantie wie Händler. Oft bieten Händler für Gebrauchtwagen neben der Gewährleistung einen zusätzlichen Garantievertrag an. Derartige Garantieverträge können eine Laufzeit von mehreren Jahren haben. Welche Schäden aber von der Garantie erfasst sind, ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, sondern wird ausschließlich durch den Garantievertrag festgelegt. Der Garantievertrag sollte daher genau gelesen werden.