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Autofinanzierungen im Vergleich

Foto: sport-cars.de

Autokredit, Ballonfinanzierung, Leasing: Die Autofinanzierungen im Vergleich

SPORTcars 21.05.2019 -
Das neue Auto aus der Portokasse bezahlen, das können die wenigsten. Doch wer ein Auto finanziert, hat die Qual der Wahl.

Laut Deutscher Automobil Treuhand (DAT) wurden im vergangenen Jahr hierzulande 61 Prozent aller Neuwagen ganz oder teilweise finanziert, 14 Prozent geleast. Bei Gebrauchtwagen wurde knapp die Hälfte finanziert oder geleast. Bei einem durchschnittlichen Neuwagenpreis von zuletzt über 31.000 Euro und mittleren Gebrauchtwagenpreisen von rund 12.000 Euro scheint das auch wenig verwunderlich. So hohe Beträge kann nicht jeder einfach durch Ersparnisse bezahlen. Doch wer die Rechnung für das neue Auto über eine Finanzierung begleichen möchte, sollte genau abwägen. Welche Finanzierungsform ist die günstigste und welche passt am besten zum persönlichen Bedarf? Die gängigsten Fahrzeugfinanzierungen im Überblick.

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Der Klassiker: Autokredit

Der klassische Autokredit, sei er über die Händlerbank oder ein unabhängiges Institut abgeschlossen, funktioniert im Grunde wie ein gewöhnlicher Ratenkredit. Kreditnehmer zahlen das geliehene Geld inklusive Zinsen in gleichbleibenden monatlichen Raten bis zum Ende der vereinbarten Laufzeit an die Bank zurück. Dabei dient der Wagen dem Kreditgeber als zusätzliche Sicherheit. In der Regel hinterlegt der Kreditnehmer nach dem Kauf die Zulassungsbescheinigung II (Fahrzeugbrief) bei der Bank beziehungsweise unterschreibt eine sogenannte Sicherungsübereignung. Die Bank sichert sich auf diese Weise solange das Eigentum am Fahrzeug bis der Kredit vollständig zurückgezahlt ist. Für Kreditnehmer hat das den Vorteil, dass sie das Darlehen oftmals zu unüblich niedrigen Zinsen bekommen.

Da Autohändler allenfalls die Finanzierung der Händlerbanken anbieten, lohnt es sich deren Konditionen mit denen unabhängiger Banken zu vergleichen. Womöglich findet sich dabei ein Angebot mit niedrigeren Zinsen oder einer flexibleren Rückzahlung als bei der Händlerbank. Und noch ein weiterer Grund spricht dafür, die Angebote unabhängiger Banken in Betracht zu ziehen: Wer sein Fahrzeug nicht über die Herstellerbank finanziert, kann gegenüber dem Händler als Barzahler auftreten und sich dadurch einen zusätzlichen Rabatt auf den Kaufpreis sichern. Die Rede ist dann vom Barzahlerrabatt. Dieser kann dafür sorgen, dass die Finanzierung über die unabhängige Bank günstiger wird als über die Händlerbank, selbst wenn die Zinsen hier höher sind.

Ballon- und Drei-Wege-Finanzierung

Auch die sogenannten Ballonfinanzierungen werden sowohl von Händler- als auch von einigen unabhängigen Banken angeboten. Sie funktionieren ähnlich wie die klassischen Autokredite. Allerdings sind die Monatsraten einer Ballonfinanzierung deutlich niedriger als die eines vergleichbaren Autokredits. Dafür fällt am Ende der Laufzeit eine einmalige, hohe Schlussrate an. Damit wird die Finanzierung beispielsweise für jene Autokäufer interessant, die ihr Fahrzeug zum Ende der Laufzeit wieder verkaufen möchten und die ausstehende Rate mit dem Verkaufserlös begleichen können.

Eine Sonderform der Ballonfinanzierung ist die sogenannte Drei-Wege-Finanzierung. Die Möglichkeit, die Schlussrate über den künftigen Marktwert des Fahrzeugs zu begleichen, ist dabei schon vorab eingeplant. Es steht Kunden bei dieser Finanzierung grundsätzlich offen, das Auto an den Händler zurückzugeben, statt die Schlussrate zu begleichen. Wer das Auto behalten möchte, kann die Schlussrate entweder über eine Anschlussfinanzierung oder aus eigener Tasche bezahlen. Die Drei-Wege-Finanzierung bietet damit einerseits ein Maximum an Entscheidungsfreiheit, andererseits aber auch mögliche Nachteile: Wer die Schlussrate über eine Anschlussfinanzierung begleicht, muss dafür weitere Zinsen zahlen. Unter Umständen kann die Finanzierung damit insgesamt deutlich teurer werden als über den klassischen Autokredit. Wer das Auto wiederum an den Händler zurückgibt, trägt das Risiko eines vorzeitigen Wertverlustes: Ist das Auto zum Ende der Laufzeit weniger wert als ursprünglich veranschlagt, müssen Sie bei der Rückgabe draufzahlen.

Leasen statt kaufen?

Wer das neue Auto gar nicht unbedingt kaufen möchte, dem steht mit dem Leasing eine weitere Finanzierungsvariante zur Wahl. Er erhält zunächst kein Besitz- sondern nur ein Nutzungsrecht am Wagen für eine bestimmte Vertragslaufzeit. In dieser Zeit fallen daher auch keine Kreditraten, sondern ein monatliches Nutzungsentgelt an. Läuft der Leasingvertrag aus, gibt der Nutzer das Fahrzeug wieder an den Leasinggeber zurück. Bei einem Leasing mit Andienungsrecht besteht am Ende der Laufzeit zudem die Möglichkeit, das Fahrzeug über die Zahlung einer Ablöse zu erwerben. Leasing kann damit – wie auch die Ballonfinanzierung – vor allem für Autofahrer interessant sein, die den Wagen nur für einen bestimmten Zeitraum benötigen und nicht unbedingt dauerhaft besitzen möchten.

Vergleichen und Sparen

Wer also einen neuen Wagen finanzieren möchte, sollte vorher ein paar grundlegende Fragen klären. Zunächst die, ob er das Fahrzeug tatsächlich kaufen, nur für einen bestimmten Zeitraum nutzen, oder diese Frage vielleicht gerade noch gar nicht beantworten möchte.

Wer das Fahrzeug am Ende des Finanzierungsvertrags auch besitzen möchte, sollte die Angebote der Händlerbank stets auch mit denen unabhängiger Kreditanbieter vergleichen. Dabei gilt es, nicht nur auf den Zinssatz zu achten, sondern auch auf weitere Eigenschaften der Finanzierung, etwa die Möglichkeit, kostenlose Sondertilgungen zu leisten oder Ratenpausen einzulegen. Auch der mögliche Barzahlerrabatt kann ein wichtiger Grund sein, eine unabhängige Bank zu wählen.

Die Entscheidung für ein neues Auto ist zwar keine für das ganze Leben, aber doch eine für einen meist sehr langen Zeitraum. So sorgfältig wie die Entscheidung für das Modell getroffen wird, so gründlich sollte auch die Finanzierung geplant werden.