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Fahrbericht CitroŽn DS5 Hybrid 4

CitroŽn DS5 Hybrid 4

Foto: S. Riedel/Auto-Reporter.NET

25.11.2012 - Citroën hat wieder zu sich gefunden. Festmachen lässt sich solche Behauptung am Design, der traditionellen Domäne der Marke. Ziemlich sicher darf man sein, dass die Kundschaft zuerst aufs Design der aktuellen Citroën-Modelle abfährt. Weil sie, um die Ausstattungsvariante des Testwagens gleich vorwegzunehmen, einfach chic sind. Außen wie innen.

CitroŽn DS5 Hybrid 4

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CitroŽn DS5 Hybrid 4

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Das trifft auch für den DS5 Hybrid 4 zu. Seine erhaben gestreckte, aerodynamisch optimierte Erscheinung ist zurückzuführen auf 4,53 Meter Länge und einen üppigen Radstand: 2,72 Meter! Obwohl coupéhafte Züge die Karosserie prägen, sitzt man im Auto ein wenig höher als von außen zu vermuten ist. Der Höhengewinn beträgt gegenüber einem Citroën C5 immerhin 40 Millimeter. Die Sitzposition kommt dem Blickwinkel des Fahrers und Beifahrers nach vorn zugute. Das ganze Gegenteil ist beim Blick zurück durch die Heckscheibe der Fall, die so flach ausgefallen ist, dass sie sich den stichelnden Vergleich mit dem Sehschlitz eines Panzerfahrers gefallen lassen muss. Die Rückfahrkamera hat in diesem Fall eine besonders dankbare Aufgabe.

CitroŽn DS5 Hybrid 4

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Die exklusive Hybridausgabe des DS5 basiert auf dem stärksten Selbstzünder, der 120 kW/163 PS leistet, und erfährt zeitweilig durch den Elektromotor an der Hinterachse noch eine zusätzlicher Kraftspritze von 27 kW/37 PS. Die vereinte Power kann 147 kW/200 PS ausmachen, so viel wie der stärkste Benziner THP 200 leistet. Als maximales vereintes Drehmoment ergeben sich etwa 450 Newtonmeter.

Ein DS5 Hybrid 4 hat seine Besonderheiten, die unterm Strich als überzeugende Vorzüge gewertet werden können. Allerdings gibt es ein paar Eigenheiten, die nicht unbedingt gefallen. Zunächst jedoch das: Wer mit einem Auto umgehen kann und Automatik-Praxis hat, kommt auch mit der Hybrid-Variante des DS5 rasch klar, zumal es hilfreiche Handlungshinweise auf dem Display gibt. Bedienungsfehler lösen einen Warnton aus. Er kann heftig ausfallen, wenn etwa der Fahrer seine Tür öffnet, ohne dass bei aktiviertem (lautlosen) Hybridsystem die elektrische Parkbremse in Funktion ist.

CitroŽn DS5 Hybrid 4

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Die Hauptarbeit des Vortriebs übernimmt der in der Produktpalette der Marke vorkommende Common-Rail-Turbodiesel HDi 165 der dritten Generation, die mit Einspritzdrücken bis zu 2.000 bar arbeitet; Gewähr für effizienten Umgang mit Kraftstoff. Speziell diesem Anliegen dient letztlich die Full-Hybrid-Technologie Hybrid 4. Hybridsysteme im Zusammenspiel mit Benzinmotoren sind längst keine Rarität mehr. Das Neue beim DS5 Hybrid4 ist die zeitweilige Kopplung eines Diesel(!)motors mit einem Elektromotor. Allerdings wird die Harmonie dieser Paarung von der kernigen Laufkultur eines Selbstzünders ein bisschen gestört. Diese Eigenheit wird von der Genügsamkeit in Sachen Kraftstoffverbrauch letztlich wettgemacht. Lassen wir an dieser Stelle Citroën einmal selbst loben: „Das erste Hybridfahrzeug von Citroën schafft es, reduzierte Verbräuche und Emissionen (3,8 l/100 km, 99 g CO2/km) mit Gesamtleistungen bis zu 200 PS zu verbinden.“

CitroŽn DS5 Hybrid 4

Foto: S. Riedel/Auto-Reporter.NET

Auch beim Testwagen zeigte der Bordcomputer auch schon mal eine Drei vor dem Komma an, wenn sich Fahrgeschwindigkeit und Temperament innerorts betont zurückhielten und der Dieselmotor öfter Pause hatte, um dem Elektromotor an der Hinterachse den Vortritt zu lassen. Citroën beteuert, innerstädtisch reduziere sich der Kraftstoffverbrauch um 30 bis 35 Prozent verglichen mit einer äquivalenten Dieselmotorisierung. Testerfahrung: Im innerstädtischen Alltagseinsatz einen Durchschnittsverbrauch zwischen vier und fünf Litern pro 100 Kilometer zu erreichen, ist möglich. Nach einer durchaus gemischten Gesamtfahrstrecke von 440 Kilometern wies der Bordcomputer einen Verbrauch von 6,7 l/100 km bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 58 km/h aus.

Ein hybridisierter DS5 hat ordentlich Dampf unterm Kessel, indem sich Diesel- und Elektromotor bis zu einer Geschwindigkeit von 120 km/h verbünden und zusammen stattliche 200 PS organisieren können, sobald der Gasfuß entsprechend viel Power anfordert. In der Topspeed-Nähe (211 km/h) klettert der Kraftstoffverbrauch für 100 Kilometer auch auf über elf Liter. Den Insassen vermittelt das Auto selbst sehr hohe Geschwindigkeiten eher nicht. Das Fahrwerk ist auf Tempo geeicht, Wind- und Rollgeräusche halten sich relativ zurück, und vom Motor ist bei höheren Fahrgeschwindigkeiten wenig zu hören.

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