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Pressepräsentation Hyundai Santa Fe

Hyundai Santa Fe

Foto: Auto-Medienportal.Net

12.09.2012 - „Hyundai ist kein asiatisches Schnäppchen mehr“, rief Markus Schrick, der Deutschlandchef von Hyundai bei der Vorstellung des neuen SUV der – laut Schrick – gehobenen Mittelklasse in den Raum. Der neuen Logik von Hyundai bei der Namensgebung folgend heißt der Neue als Modell zwischen dem Hyundai ix35 und dem Hyundai ix55 folgerichtig „Santa Fe“. Der Name habe den Kunden so gefallen, erläutert man uns bei der Pressevorstellung jetzt in Kiel. Man habe ihn deshalb nicht ändern wollen.

Hyundai Santa Fe

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Hyundai Santa Fe

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Fühlen wir dem Santa Fe alias ix45 auf den Zahn und suchen die neuen Werte des Koreaners. Beim Preis hat Schrick offenbar Recht; denn für den Santa Fe wird beim Spitzenmodell ein Preis aufgerufen, bei dem sich der Begriff „Schnäppchen“ für ein Mittelklasseauto verbietet. Der Santa Fe, mit dem wir rund um Kiel die Berge suchten, kostet komplett 46 429 Euro. Dafür bekommt man ihn allerdings in seiner besten Ausstattung (Premium), mit dem großen 145 kW / 197 PS-Diesel und Allradantrieb, mit Metallic Lackierung (550 Euro), Technik-Paket unter anderem mit 19-Zoll-Rädern, adaptivem Fernlicht, automatischem Einparkassistenten (1640 Euro), Automatikgetriebe (1800 Euro) und Velourfußmatten (59 Euro). Die Aufpreisliste bietet für die Premum-Ausstattung nur noch ein Panorama-Hub- und Schiebedach.

Hyundai Santa Fe

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Zieht man alle Zusatzausstattung wieder ab, bleibt es bei einem Basispreis von 42 380 Euro für dieses Modell, von dem Schricks Mannen sagen, es sei beim Vorgänger mit mehr als 90 Prozent Anteil das gefragteste gewesen. Den Santa Fe mit dem 2,4 Liter-Benziner und Frontantrieb in der einfachsten Ausstattung (Trend) hat Hyundai so knapp wie möglich unter der 30 000-Euro-Marke angesiedelt. Diesem Modell wie auch dem kleineren Zwei-Liter-Diesel für 36 600 Euro in der mittleren Ausstattung (Style) räumt man bei Hyundai in Deutschland keine großen Chance ein, weist aber gern auf die Euro-6-Einstufung des Diesels hin.

Alles konzentriert sich auf das Spitzenmodell, als dessen Wettbewerber Markus Schrick den Audi Q5 und den BMW X3 nennt. Deren Preise beginnen allerdings erst dort, wo die für den Hyundai enden. Es lohnt sich also ein Blick auf den Santa Fe, wenn man sich mit dem Gedanken trägt, in ein SUV ein- oder umzusteigen.

Vom Design her, steht dem Erfolg nichts im Wege. Der Santa Fe folgt dem Beispiel des ix35 und des ix55 mit bulligem Bug, hohen Schultern, kleinen Fensterflächen und einem ansehnliche Design mit markanten Elementen, die nichts mehr von der braven Langeweile des alten Santa Fe übriggelassen haben. Da steht kein nützlicher Familientransporter mit Geländegenen vor einem, sondern ein zum Zeitgeist geprägtes Lifestyle-SUV.

Der Eindruck setzt sich innen fort. Gute Materialien, gute Verarbeitung, eine gelungene Gestaltung der Instrumente, die Ledersitze – alles das spricht davon, dass die Top-Ausstattungslinie des „ix45“ nicht nur umsonst „Premium“ heißt, sondern den Santa Fe in diese Richtung schieben will. Dafür setzt sich auch die Mittelkonsole mit Größe und Zierrat ein. Und die Zahl an Tasten und Knöpfen in Konsole, Armaturentafel, Türen und Lenkrad findet man sonst nur in Autos, die zeigen wollen, was alles in ihnen steckt. Zu diesem Schielen nach der Premium-Messlatte passen die recht kleinen, nicht sehr komfortablen Sitze mit wenig Seitenhalt nicht so ganz.

Vom guten SUV hat der Santa Fe die Flexibilität übernommen. Seine Rücksitzbank ist im Verhältnis 40:20:40 teilbar, so dass man auch bei vier Personen im Fahrzeug noch ein langes Teil (etwa Ski) in der Mitte transportieren kann. Die Rückbank kann um zwölf Zentimeter verschoben und in der Neigung verstellt werden. Ablagen finden sich überall, auch ein 50-Liter-Keller unter dem Kofferraumboden.

In Sachen Sicherheit ist viel schon in der Serienausstattung an Bord, zum Beispiel sieben Airbags einschließlich einem für die Fahrerknie, ein ESP mit Anhängerstabilisierung und Traktionskontrolle, LED-Tagfahrlicht, Spurthalteassistent sowie ein Berganfahr- und ein Bergabfahr-Assistent. Besondern hervorheben sollte man noch die aktive Motorhaube, die sich bei einem Unfall mit Fußgänger so anhebt, dass eine weichere Aufprallfläche entsteht.

In der Praxis erweist sich der Santa Fe als ein Freund des komfortablen Reisens. Sein Motor hält sich so zurück, dass man schon in die oberen Drehzahlbereiche vordringen muss, um ihn deutlich zu hören. Im Innenraum geht es gesittet zu; denn auch die Wind- und Fahrgeräusche bleiben draußen. Die Automatik schaltet schnell und sanft. Federung und Dämpfung arbeiten eher auf der weichen Seite. Der Verbrauch passt mit Werten um die sieben Liter. Es sieht so aus, als bekomme der SUV-Markt noch in diesem Monat einen Teilnehmer, der die Erwartungen von Käufer und Hersteller erfüllen kann. Schrick sagte voraus, drei von vier Santa Fe-Käufern kommen von anderen Marke. Er könnte Recht behalten, denn mit den „asiatischen Schnäppchen“ der Vergangenheit hat der neue Santa Fe nichts mehr zu tun. (ampnet/Sm)